„Zuversicht heißt auch, die Zukunft positiv und aktiv zu gestalten.“ Frage an Matthias Zander

Herr Zander, Experten und Zukunftsforscher fordern gerade jetzt ein Umdenken zu wertebasiertem, nachhaltigem Wirtschaften. Was gibt Ihnen in diesem Kontext Zuversicht für morgen?

Matthias Zander: Viele Gespräche mit Kunden, Mitarbeitenden, Vertretern und Meinungsbildnern haben mir gezeigt, dass gängige Systeme und das eigene Konsumverhalten hinterfragt werden. Viele denken gerade jetzt darüber nach: Was ist wichtig im Leben? Was macht mich zufrieden? Sie reden über Gesundheit, Sicherheit und Gemeinschaft. Aber auch über eine Post-Corona-Ära und was bleibt. Unsere genossenschaftlichen Werte Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Solidarität gibt es schon seit über 170 Jahren. Werte, die gerade heute Hochkonjunktur haben. Und die zeigen, dass wir auch in Zukunft mit einem stabilen Wertesystem und unserer regionalen Verwurzelung erfolgreich sein können. Aber auch, dass wir weiterhin gefordert sind. Denn Trends wie Digitalisierung, Veränderungsprozesse, New Work und Nachhaltigkeit sind strategische Schlüsselfaktoren. Für uns heißt dies, unsere Kernkompetenzen und Innovationskraft zu nutzen, um unsere Potenziale heben zu können. Ein Beispiel dafür ist das Thema Geldanlagen. Anleger achten vermehrt auf Nachhaltigkeit. Sie machen sich Gedanken über Produktions- und Arbeitsbedingungen oder den Umweltschutz. Ein weiteres Beispiel sind unsere Mitarbeitenden. Ihnen ist eine vertrauensvolle Unternehmenskultur, die Selbstverwirklichung und gelebte Feedbackkultur zulässt, wichtig. Dazu führten wir bereits zu Beginn unserer Fusionsarbeit mit der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt einen Workshop durch. Aus beiden Häusern beschäftigten sich rund 40 Mitarbeitende mit kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Aber vor allem mit Themen wie Zusammenarbeit, Kommunikation und gelebten Werten in unserer zukünftigen Volksbank.

Ich persönlich glaube, dass die Welt lernt und wir uns besser, flexibler an Veränderungen anpassen werden. Wir erfahren gerade eine starke Rückbesinnung auf Familie und Freunde. Ein neues und achtsames Miteinander entsteht. Auch wir stellen uns hier und da die Sinn-Frage unseres Wirtschaftens. Immer mehr Profit? Oder doch bessere, soziale und ökologische Lösungen für unsere Kunden.

Das Erbgut unserer Genossenschaftsbank trägt diese Werte in sich. Auch unsere Mitarbeitenden fühlen sich verpflichtet, dieses Gut zu bewahren und weiter zu entwickeln.

Zuversicht heißt auch, die Zukunft positiv und aktiv zu gestalten. Unsere Fusion ist auf einem guten Weg. Wir bleiben eine Flächenbank mit regionaler Verwurzelung. Wir bauen unsere digitalen und nachhaltigen Angebote für unsere Kunden weiter aus. Unsere Mitarbeitenden sind eine starke Gemeinschaft, die trägt. Das macht mich zuversichtlich!

„Gegenseitiges Vertrauen, das zeigt, wie verwurzelt unsere Volksbank ist.“ Frage an Thomas Geier

Herr Geier, seit über 20 Jahren verantworten Sie unter anderem das Firmenkundengeschäft der Bank und stehen dabei im engen Kontakt mit dem regionalen Mittelstand. Was gibt Ihnen in diesem Kontext Zuversicht für morgen?

Thomas Geier: Die vergangenen 12 Monate waren gerade für mittelständische Unternehmen und gewerbliche Kunden eine ungewisse und intensive Zeit. Wir führten viele Gespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmern, in denen es darum ging, die Liquidität zu sichern und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Eine wichtige Erkenntnis, die ich aus dieser turbulenten Zeit ziehen konnte: Wenn wir Menschen zum Handeln gezwungen sind, dann sind wir mitunter von uns selbst überrascht. Viele haben die Ärmel hochgekrempelt, neue Ideen entwickelt und flexibel auf Veränderungen reagiert.

Dabei zeigte sich, dass Kreativität und Innovation zu den wichtigsten Eigenschaften unserer Mittelstands- und Gewerbekunden zählen. Sie sorgen damit auch für unseren wirtschaftlichen Erfolg. Umso wichtiger ist es, eine unsichere Zeit gemeinsam und möglichst unbeschadet zu überstehen. Gegenseitiges Vertrauen gepaart mit Offenheit und respektvollen Gesprächen sind dabei eine maßgebliche Voraussetzung.

Vielleicht sind es gerade diese Gespräche, die mir fehlen werden, wenn ich zum Jahresende in den Ruhestand gehe. Aber mit mir geht nicht das Know-how in Rente. Mit Holger Neubauer habe ich einen kompetenten Nachfolger, der es mit Zielstrebigkeit und Offenheit vom Auszubildenden bis zum Vorstand geschafft hat. Er ist derzeit Bereichsleiter und Prokurist unserer Firmenbank in Wiesloch, lebt in unserer Region und kennt den regionalen Mittelstand seit fast 20 Jahren. Ich weiß meine Philosophie einer gelebten Kundennähe in Verbindung mit individuellen Lösungen, regionalen Branchenkenntnissen und qualifizierter Beratung in guten Händen.

„Die Chancen, die uns die Zukunftsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit geben.“ Frage an Klaus Bieler

Herr Bieler, Sie verantworten die Bereiche Steuerung und Produktion. Insbesondere im Produktionsbereich nimmt die Bedeutung von Effizienz und Digitalisierung immer weiter zu. Was gibt Ihnen in diesem Kontext Zuversicht für morgen?

Klaus Bieler: Der Trend zur Digitalisierung verändert unseren Alltag und unsere Arbeitswelt. Entsprechend ändern sich auch die Erwartungen an unsere Bank. Unsere Kunden möchten schnell und einfach Konten eröffnen, Kreditkarten bestellen, Wertpapiere kaufen oder Kredite beantragen. Unsere Mitarbeitenden erwarten mehr Freiheit und Flexibilität, um Beruf und Familie vereinbaren zu können. Die Digitalisierung gibt uns die Chance, diese Erwartungen zu erfüllen. Voraussetzung hierzu ist, die digitalen Bedürfnisse zu erkennen, Prozesse neu zu denken und die Unternehmenskultur weiterzuentwickeln.

Gerade im Bereich Produktion haben diese Themen zunehmend an Wichtigkeit gewonnen. Daher haben wir vor rund drei Jahren ein Prozessmanagement eingeführt, um unsere Abläufe kontinuierlich zu verbessern. Über 80 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachabteilungen, aufgeteilt in 13 Prozessteams, decken Effizienz- und Qualitätspotenziale in unserem Haus auf und erkennen Trends. Dabei sehen wir in der Standardisierung und zunehmend in der Automatisierung einen effektiven Stellhebel für Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen. Zusätzlich eröffnen uns neben den wirtschaftlichen Überlegungen zahlreiche digitale Lösungen auch Chancen, ökologische und soziale Komponenten zu berücksichtigen. Bereits einfache Maßnahmen können dabei viel bewirken. E-Mails statt Briefe, mobiles Arbeiten oder Online-Meetings statt Dienstreisen sind kleine, aber wichtige Schritte.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind für uns zentrale Zukunftsthemen. Mit unserem Prozessmanagement haben wir eine Basis geschaffen, Maßnahmen schnell, flexibel und kompetent umzusetzen und erfüllen so die Voraussetzungen für ein stetig lernendes Unternehmen. In unserem Nachhaltigkeitsmanagement zeigen wir Verantwortung für unsere Kunden und Mitarbeitenden, Produkte und Dienstleistungen. 

Wir können bereits beachtliche Fortschritte vorweisen. Dies haben uns gerade die vergangenen Monate eindrucksvoll bestätigt. Das gibt mir Zuversicht, diese zentralen Themen auf vielfältige Weise voranzutreiben – im Sinne unserer Kunden, Mitarbeitenden und unserer Region.